Ziele des VeV

Der VeV setzt sich zum Ziel, die Eltern-Kindbeziehung trotz Trennung oder Scheidung möglichst uneingeschränkt beizubehalten.
Kinder brauchen beide Eltern!
Wir haben unseren Beitrag zur Verwirklichung des gemeinsamen Sorgerechtes als Regelfall geleistet. Seit 2014 ist dies auch in der Schweiz Realität. Nun fokussieren wir darauf, die Umsetzung zu begleiten.

Mit Einführung der gemeinsamen elterlichen Sorge hat sich der Schwerpunkt des VeV verlagert –
unser neuer Themenschwerpunkt ist die alternierende Obhut.

Wir unterstützen und bieten Familienmediation (Vermittlungsgespräche) als konstruktive Konfliktbewältigung sich trennender oder scheidender Eltern an.
Wir begrüssen und unterstützen die Verbesserung der Aus-/Weiterbildung von Eltern/Personen im privaten, behördlichen und schulischen Bereich im Zusammenhang von Trennung und Scheidung mit Kindern.

Unsere Ziele im Einzelnen:

1. Gleichwertige Beziehung zu Vater und Mutter

Unsere Kinder sollten während des gemeinsamen Zusammenlebens, besonders aber bei Trennung und Scheidung, eine gleichwertige Beziehung zu Vater und Mutter pflegen dürfen.
Wissenschaftliche Studien zeigen seit längerer Zeit auf, dass besonders die Abwesenheit der Väter den Kindern Schaden zufügen kann. Deshalb braucht das Kind für eine gesunde körperliche, geistige und seelische Entwicklung eine gleichwertige Beziehung zu seinem Vater und zu seiner Mutter.
Ausserdem verweisen wir auf die Artikel 9 und 18 der UNO-Kinderrechts-konvention (“ ….., dass ein Kind nicht gegen den Willen seiner Eltern von diesen getrennt wird, …..“ bzw. “ ….., dass beide Elternteile gemeinsam für die Erziehung und Entwicklung des Kindes verantwortlich sind.“)

2. Alternierende Obhut wann immer möglich

Das Konzept der alternierenden Obhut, auch paritätische Doppelresidenz oder (veraltet) Wechselmodell genannt, sieht vor, dass die Eltern ihre Kinder gemeinsam betreuen. Dabei bedeutet „gemeinsam“ nicht etwa, exakt hälftig. Wissenschaftler wie Prof. Hildegund Sünderhauf und andere gehen heute davon aus, dass bereits ein Betreuungsanteil von 30% als alternierende Obhut gelten kann. Entscheidend für die alternierende Obhut ist die Möglichkeit, den Kindern einen Übergang zu ermöglichen. Dazu ist es erforderlich, dass die Eltern in der Nähe wohnen bleiben, dass sie die Möglichkeit haben, ihre Arbeit so einzuteilen, dass eine Übernahme von Obhutszeiten auch untertags möglich ist. Viele Väter sind heute gerne bereit, sich mehr in der Kinderbetreuung zu engagieren. Leider wird durch die vorherrschende Gerichtspraxis noch immer häufig genau dies nach einer Trennung verunmöglicht. Väter werden zu Einkommensmaximierung gedrängt, dass dadurch ihr Betreuungsanteil zurückgehen muss, wird billigend in Kauf genommen.
Der VeV setzt sich für eine stärkere Verbreitung, sowie für eine bessere Bekanntheit der alternierenden Obhut auf nationaler und internationaler Ebene ein.

3. Gemeinsame Sorge als Normalfall

Aufgrund der elementarsten Bedürfnisse der Kinder, auch nach der Trennung oder Scheidung die Beziehung zu beiden Elternteilen uneingeschränkt weiterpflegen zu dürfen, setzt sich der VeV konsequent für das gemeinsame Sorgerecht als Normal- oder Regelfall ein. Natürlich wird es immer wieder berechtigte Ausnahmefälle geben, in denen zugunsten der Kinder das alleinige Sorgerecht beantragt werden muss.

Mit der Einführung des neuen Gesetzes im Juli 2014 ist dieses Ziel weitgehend verwirklicht. Es gilt nun, die Umsetzung der neuen Gesetzgebung zu begleiten, kritisch zu beobachten und wo nötig auf Missverständnisse und Fehlinterpretationen des Gesetzes hinzuweisen.

Die gemeinsame Sorge soll nicht als erneuter Machtanspruch oder Machtkampf der Väter verstanden werden. Vielmehr sollten die Eltern immer, auch nach der Trennung oder Scheidung, die gemeinsame Verantwortung für ihre Kinder beibehalten, damit diese nicht von einem Elternteil getrennt und zu Verlierern gemacht werden oder in Loyalitäts-/ Solidaritätskonflikte geraten.

Elternmachtkämpfe, welche oft auch von Anwälten und Anwältinnen unterstützt werden, sollten längst der Vergangenheit angehören.

Die Tatsache, dass ein Scheidungsverfahren ein Gerichtsverfahren ist, führt noch immer zu Machtkämpfen, zu Gewinnern und Verlierern, in einer Situation in der eigentlich nur eine Partei garantiert verliert – die involvierten Kinder nämlich.

Die heutige Gerichtspraxis führt dazu, dass Eltern häufig ihre Machtkämpfe auch nach dem ordentlichen Scheidungsverfahren noch fortsetzen. Es ist aber klar, dass nur eigene, gemeinsam erarbeitete Lösungen eine solide Basis für möglichst konfliktfreie Elternkommunikation darstellen.

Das gemeinsame Sorgerecht als Normal- oder Regelfall schafft weder Gewinner noch Verlierer, weder Mächtige noch Ohnmächtige. Beide Elternteile behalten als gleichberechtigte Menschen ihre Elternverantwortung (Rechte und Pflichten). Sie werden so dazu angehalten, in eigener Kompetenz mit Hilfe von Fachleuten eine individuelle Lösung in Form einer Scheidungskonvention zu finden. So können auch die zukünftigen Erziehungsfragen zugunsten des Kindes auf eine faire Art gelöst werden. Besonders die Kinder können gestärkt aus einer Trennung oder Scheidung hervorgehen, wenn die Eltern respektvoll miteinander zu kommunizieren gelernt haben.

4. Mediation

Heute verdienen noch viele Anwaltspersonen am Elternstreit Geld, und die meisten Gerichte bieten nur eine Gewinner-/Verliererlösung an. Deshalb setzt sich der VeV dafür ein, dass vermehrt kreative Wege zugunsten unserer Kinder angestrebt werden, wie z.B. Mediation, Eltern-Scheidungsberatung oder Familientherapie.

Der VeV ist davon überzeugt, dass durch Gesetzesänderungen in der vorgenannten Form pro Jahr tausende von Kindern, die heute noch zu „Halbwaisen“ gemacht werden, eine psychosoziale Entwicklung geniessen können, die ihnen als junge Erwachsene eine entscheidende Stabilität gewähren wird. Doch schon vorher profitieren sie vom vermehrten, gemeinsamen Engagement ihrer Eltern und zeigen sich vergleichsweise zufriedener als Kinder, für die nur ein Elternteil sorgt.

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