Steuern direkt vom Lohn abziehen?

VeV-Medienmitteilung vom 14. Juni 2016
Der Zürcher Kantonsrat befasst sich demnächst mit der Möglichkeit, die Steuern bereits vom Lohn ab zu ziehen. Damit soll sichergestellt werden, dass auch überschuldete Personen ihre Steuern bezahlen.

Oliver Hunziker, Präsident des VeV Schweiz meint dazu
«Viele unserer Mitglieder sind nach einer Trennung oder Scheidung sehr schnell überschuldet»

Wird bei einer Trennung vom Gericht ein sogenannter Mankofall erkannt, legt das Gericht häufig fest, dass der unterhaltsverpflichtete Elternteil auf das sogenannte betreibungsrechtliche Existenzminimum gesetzt wird. Dies bedeutet, dass er seine knappe Existenz noch erhalten kann, aber keine Luft für irgendwelche Sonderausgaben hat.

Nochmals Oliver Hunziker: «Soweit ist das ja noch akzeptierbar, sehr irritierend ist jedoch die Tatsache, dass im betreibungsrechtlichen Existenzminimum kein Betrag für die Steuerzahlungen vorgesehen sind»

Ähnlich ist dies übrigens auch in allen anderen Fällen wo Schuldner auf das Existenzminimum gepfändet werden. Steuerrechnungen sind nicht Bestandteil des Existenzminimums.

Das Problem mit den hohen Steuerausständen bei Überschuldung ist also hausgemacht!

Die Gerichte, Betreibungsämter, Konkursämter oder Alimenteninkasso-Organisationen sind daher dazu aufgerufen, in der Berechnung des Existenzminimums künftig auch die Steuerzahlungen zu berücksichtigen.
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