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Zivilgericht oder zuviel Gericht?

Es ist schon erstaunlich. Da gibt es ein Zivilgericht wo offenbar andere Regeln gelten, als in der übrigen Schweiz.

Da darf sich ein Vater nicht von einem Nichtjuristen begleiten lassen, zu einer Einigungsverhandlung, und zwar ganz einfach deshalb, weil die Mutter und ihre Anwältin das nicht möchten.

Der Richter hat, bar jeglicher Rechtsgrundlage entschieden, dass der Vertreter des Vaters der Verhandlung fern bleiben muss, weil die Mutter das so möchte.
Eine Einigungsverhandlung hat im Scheidungsverfahren das Ziel, eine gütliche Einigung herbei zu führen, ohne dass das strittige Verfahren gestartet werden muss. Es soll also den Eltern, den Kindern und nicht zuletzt auch dem Staat Aufwände, Kosten und Sorgen ersparen. Zu diesem Anlass will der Vater einen bekannten Fachmann für gemeinsame Elternschaft mitbringen, der dafür einsteht, Kindern möglichst beide Eltern zu erhalten und der immer wieder öffentlich betont, wie wichtig es ist, gemeinsame, tragfähige Lösungen zu finden. Die Mutter hingegen nimmt eine bekannte Frauenanwältin mit, die schon in der Vergangenheit im Verfahren bewiesen hat, dass sie ihre Rolle als Parteivertretung sehr gut ausfüllt.

Ein Schelm, wer jetzt denkt, dass die Anwältin, welche ja von solchen Verfahren lebt, womöglich eigene Interessen verfolgt, wenn sie eine unnötige Verlängerung des Verfahrens in Kauf nimmt. Der Vertreter des Vaters, im Gegensatz dazu, ist unentgeltlich für diesen Vormittag angereist, um der Sache willen.

Aber schauen wir uns doch mal die Gesetzesgrundlage genauer an.
Eine Einigungsverhandlung ist nicht öffentlich, so gesehen dürfen nur die Parteien und ihre jeweiligen Vertreter anwesend sein. Grundsätzlich hat aber jeder Mann und jede Frau Anrecht darauf, einen Vertreter seiner/ihrer Wahl mit zu bringen.
Ein Anwaltszwang wie bsp. in Deutschland, existiert in der Schweiz nicht. Es gibt also keinen Grund, weshalb ein Vertreter juristisch geschult, oder in einer Kanzlei tätig sein müsste.

Es wurde daher argumentiert, da ja ein Nichtanwalt nicht dem berufsmässigen Anwaltsgeheimnis unterstehen würde, käme dabei die Klausel der Nichtöffentlichkeit zum Tragen. Dies ist natürlich ausgemachter Blödsinn. Selbstverständlich hat der Vertreter des Vaters eine Schweigepflichtserklärung unterzeichnet. Die Befürchtung, dass Familieninterna an die Öffentlichkeit gelangen könnten ist absurd und soll lediglich als Argument dienen, den Vertreter des Vaters fern zu halten.

Der zuständige Richter entscheidet aber offensichtlich allein aufgrund des Antrages der Anwältin der Mutter, den Vater ohne Begleitung in die Verhandlung zu lassen.
Dies widerspricht jeglichem Rechtsempfinden und wirft ein sehr schales Licht auf das entsprechende Gericht.

Müsste es nicht im Interesse des Gerichtes und der Eltern sein, lösungsorientierte Personen zu versammeln, um gemeinsam eine möglichst gute Lösung für die beiden Kinder zu finden?

Müsste nicht das oberste Interesse des Gerichtes sein, den klar erklärten Wunsch der Kinder zu respektieren?

Oder ist es gar das Interesse des Gerichtes, den eigenen Anwaltsbestand zu schützen und quasi Wirtschaftsförderung zu betreiben, indem ortsfremde, nicht gewerbsmässig tätige Vertreter kategorisch abgelehnt werden? Welche Interessen vertritt das Gericht hier?

Oder, und das wäre noch schlimmer, ist es wirklich so, dass eine Mutter und ihre Anwältin fordern können was sie wollen, ganz egal ob dafür eine Rechtsgrundlage besteht oder nicht? Muss unser Rechtssystem einfach jede Forderung aus dieser Ecke akzeptieren weil das höchste Gut der Mutterschaft sonst tangiert würde? Mit anderen Worten, lebt unser Rechtssystem noch im letzten Jahrtausend?

Viele Fragen, keine Antworten. Stattdessen ein Vater, der mehr oder weniger schutzlos vor einer bekannten Anwältin sitzt, während sein kompetenter, lösungsorientierter Vertreter draussen vor dem Gerichtssaal auf einer unbequemen Bank sitzen muss.

Dieser Artikel enthält im Übrigen bewusst keinerlei Hinweise auf Personen und Orte. Der Verfasser nimmt nämlich seine Schweigepflicht sehr ernst.